Evangelische Kirche aus Tălmaciu

Schule und Kirche sind überall große Kulturgütern. Bei den Sachsen hatten sie eine größere Bedeutung, weil sie der Haupgrund ihres National- Lebens sind. Die Kirche ist die kräftigste aus aller sächsischen Organisationen, welche das Volk in seiner Gesamtheit umfasst und die Schule dient dem Entwicklungswunsch und bewahrt die Kultur.

Die sächsische Kirche wurde für das erste Mal ursprünglich in 1429, wann man über   “parochialis e celesiae Talmucz”, eine katholisch Kirche, welche den Platz einer kleinen vorher vorhandenen Basilika genommen hat, bestätigt. Sie wird sich über die Aufmerksamkeit  der Richter aus Hermannstadt, welche die Verpflichtung hatten für diese zu sorgen, freuen. Darum bewundert uns nicht die Tatsache, dass im Hermannstadts Rechnungsregister eine Reihe von für die Kirche bezahlte Kosten, eingetragen sind. So sind hier zwischen den Jahren 1503-1507 Baumateriale, welche  wahrscheinlich für das im Jahr 1507 aufgehobene neue Dach, schriftlich festgehalten. Es ist möglich, dass dann die Gebäude- Verkleinerung, durch Seitenschiff- Verzicht aus der Südseite, stattfand. Zu dieser Schlussfolgerung kam es im  XIX. Jahrhundert, wann man zwischen den Jahre 1829-1831 während der Wiederaufbau- Arbeiten für die Vergrößerung der Kirche, auf dem erwähnten Platz schaufelnd, den Mauer-Grund, worauf man den Seitenschiff wiederaufbaute, entdeckte. In Folge dieser Arbeiten, bekam sie den heutigen Aspekt. Der Altar datiert aus dem XVII. Jahrhundert.

Großartig und nüchtern, mit hochen Turm, welchen du überall, wann du in Talmesch eingehst siehst, mit einer Turmuhr, die dir jede Stunde bekannt macht, dass die Zeit vergangen ist. Die sächsische Kirche mit gotischen, aber besonders romanischen Elemente gebaut, stand Zeuge für  die Erlebnisse aus dieser Ortschaft.

Nach der Ausbreitung der Reformation, die Sachsen ausTalmesch, ähnlich der Sachsenmehrheit aus Siebenbürgen, widmeten sich der  evangelisch-lutherischen Religion. Als die Habsburgermonarchie versuchte, diese wieder zum Katholizismus zu bekehren, werden sich diese um den Priester sammeln und diesem Druck widerstehen.

Einmal mit dem Kirchenaufbau, wurde auch das Pfarrhaus gebaut. Aus dem XV. Jahrhundert datierend, wird sie in den Brand- Flammen aus Talmesch in 1718 verschwinden.

In den sächsischen Gemeinden hatte Priester eine sehr sehr große Autorität. Er war der Kirchenverwalter, neben dem Pfarrkomitee und einem größeren kommunalen Vertreter. Diese spirituelle Leiter wurden gewählt, bei den Sachsen gab es keine Ernennung. Dieser war ein schon seit deren Ankunft in Siebenbürgen gewonennen Recht .

Die Bedeutung der Kirche stammt auch aus der Tatsache, dass sie die Schule unterstützt und gefördert hat. Die Dokumente aus dem XVI. Jahrhundert sprechen über die Lehrer- Existenz in Talmesch zwischen den Jahren 1523-1526. Es ist die Rede über  “Scolari clemens”, der Glockenzieher, welcher auch als Lehrer tätigte.

Das Gotteshaus und seine Einrichtungen

Eine Pfarrkirche in Talmesch wird zum ersten Mal im Jahre 1429 urkundlich erwähnt. Wo diese Kirche jedoch stand, das ist unbekannt, vermutlich auf dem Platz, wo später andere Kirchen gebaut und wo heute die evangelische Kirche steht.  Im Mittelalter wurde nämlich eine Kirche mit basikaler Anlage gebaut. Von dieser alten Kirche haben sich Grundmauern in verschiedener Höhe erhalten, auf denen sich teilweise die heutige Kirche erhebt. Ebenso hat sich der Triumphbogen im heutigen Baukörper von der alten Anlage teilweise behauptet.

Der Triumphbogen ist rund. Bis zur Decke ist ein ziemlich hoher Mauerabschnitt.

Aus der Geschichte der alten Kirche, ist noch bezeugt:  Im Jahre 1503 werden gewisse Bauarbeiten an der Kirche zu Talmesch von Hermannstadt aus unterstützt. Die Zimmermannsarbeit und Ziegeln werden aus der Kasse des Stadthannen bezahlt. Ebenso werden im Jahre 1507 aus der Kasse der Hermannstädter Provinz Ziegeln für das Kirchendach in Talmesch bezahlt. Aus derselben Kasse wird auch alle Zimmermannsarbeit vergütet.

Im Jahre 1520 unterstützt die Hermannstädter Provinz die Gemeinde bei den Befestigungsarbeiten an der Kirche. Vermutlich wurde damals auch die Ringmauer um den Kirchenfriedhof und die Kirche errichtet.  Im Jahre 1713 erlaubt der Magistrat von Hermannstadt den Talmeschern eine Sammlung zur Ausbesserung ihrer Kirche in der Stadt durchzuführen.                In den Jahren 1829-1831 wird die Kirche unter Verwendung mittelalterlicher Bauteile erweitert, ausgebessert und völlig umgebaut. Vor dieser Erweiterung  war ein kleinere Kirche vorhanden, deren Dachumrißlinie noch auf der Ostseite des Glockenturms sichtbar ist. Arkaden(Bogenreihen) trennen das Hauptschiff von den beiden Seitenschiffen. Das Chor wird vieleckig geschlossen. Es werden das einstige gotische Rippengewölbe im Chor mit rundem Schlußstein nachgeahmt und rundgeschlossene Fenster eingesetzt. Im Chor sind zwei Rundfenster (Oculi). Das Hauptschiff besitzt eine flache Stuckdecke.

Die hochgeführten Seitenschiffe haben in Abschnitten aneinandergereihte Tonnengewölbe. Die Seitenschiffe sind mit gemauerten Emporen überhöht. Die Westempore ist aus Holz. Große Rundbogenfenster führen auf die Seitenemporen. In die Seitenschiffe werden waagerecht geschlossene Fenster moderner Prägung eingebaut, die der Kirche ein stilloses Gepräge verleihen. Beiderseits an dem ersten Pfeiler zwischen Hauptschiff und Seitenschiffen ist je eine Steintafel eingemauert mit einer aus Goldbuchstaben in lateinischer Großschrift verfaßten Gedächtnisschrift. Sie lautet auf der Vorderseite: „Aedes Deo Triunei O. M. sacra numificentria incl. VII. ind. Patronatus fauturum Symbolis Talmatschensium assiduitate 1831 amplificata, renovata, examata” (Übersetzung: Dies heilige Haus wurde für den Dreieinigen und Allmächtigen Gott durch die Großzügigkeit der ehrsamen Sieben Richter, der wohlgesinnten Patronatsherren, mit Geldbeiträgen und durch den Eifer der Talmescher 1831 erweitert, erneuert und ausgestattet“)  Auf der Südseite: „Sub auspiciis Amadei Vailer sen. Cib. et sedis Insp. Joannis Jos. Roth Parochi, Jac. Kesner vil. etaedit, Martin Lang jur. et aedit Martin Engber, jur. Mart. Schneider vil. edj. Georg Fakesch, jur. Mich. Klein jur. Joannis Schneider orat. extructa.” (Übersetzung: „Der Aufbau erfolgte unter der Aufsicht des Amadeus Vailer, Senator von Hermannstadt und Stuhlinspektor, des Pfarrers Johann Josef Roth, des Ortsrichters und Kirchenvaters Jakob Kesner, des Geschworenen und Kirchenvaters Martin Lang, des Geschworenen Martin Engber, des Vizerichters Martin Schneider, des Geschworenen Georg Fakesch des Geschworenen Michael Klein und des Redners Johann Schneider.)  Angeschlossen an die südliche Seite der Kirche war eine kleine Sakristei, die der Aufnahme von allerlei kirchlichen Sachen diente. Zu ihr gelangte man aus dem Innern der Kirche durch eine schmale Tür. Im Jahre 1942 wurde die ganze Kirche und der Turm einer gründlichen Ausbesserung unterzogen.

Im Jahre 1965 wird diese Sakristei abgetragen und eine wesentlich größere an derselben Stelle aufgebaut. Sie sollte den fehlenden Raum für Bibelstunden und Chorproben, der bisher in der Schule war, würdevoll ersetzen. Sie besitzt auch eine Eingangstür von außen, vom Kirchenfriedhof her.

Im Inneren der Kirche befinden sich:

1. Der Altar

Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Altar besteht aus einem gemauerten Altartisch und einem Holzoberbau. Das den Gekreuzigten darstellende Hauptbild wird von je drei Säulen beiderseits umgeben. Auf der Predella, das ist der Untersatz des Altars, befindet sich ein Bild, das Abendmahl darstellend, aber nicht von demselben Maler gemalt wie das Hauptbild. Die Krönung besteht aus dem Auge Gottes und einem Kreuz. Zwischen Predella und Hauptbild ist folgende Inschrift: „D.O.M.S. Suscipe, sancte Deus, quod nunc hic maneris instar offert Zultner mente piae Domine.” Diese Inschrift weist auf einen gewissen Zultner als Spender hin. Zum Altar führt eine Steintreppe hinauf, auf deren Schmalseite gegen das Kirchenschiff zu die Jahreszahl 1859 eingemeißelt ist.

2.Gestühl

Einst besaßen die Burggrafen von Talmesch in dieser Kirche ihr eigenes Gestühl im Chor, denn im Jahre 1682 spendet der Burggraf Georg Glockner einen weißen Teppich für das „Herrengestühl”, laut Eintragung im Talmescher Kirchenbuch Seite 2. Gegenwärtig ist nur neuartiges, kunstloses Gestühl im Chor vorhanden.

3.Kanzel.

Der Kanzelkörper ist gemauert und gleichzeitig mit dem Kirchenbau entstanden. Kanzelbrüstung und Kronenbaldachin sind mit Blumenmotiven bunt bemalt. Über der Kanzelkrone befindet sich das Auge Gottes, darüber schwebt eine Engelfigur von derber Barokform, die scheinbar ursprünglich nicht zur Kanzel gehört hat.

  1. Die Orgel

Das Gehäuse stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist ohne besondere Ornamentik (Verzierung). Die pneumatische Orgel ist 1926 von Wegenstein umgebaut worden und besteht aus Manual, Pedal und sechs klingenden Registern.

5.Das Taufbecken.

Das Hauptteil besteht aus einem kelchförmigen weichen Stein. Der kunstlose Aufsatz aus Holz ist mit dem Lesepult verbunden.

Außerdem befinden sich im Innern der Kirche sechs große Samtfahnen, die als Erinnerung an liebe Verstorbene aus der Gemeinde angefertigt und der Kirche gestiftet wurden. Sie hängen aus den seitlichen Rundbogenfenstern heraus und werden je nach Kirchenjah-

  1. Der Baldachin ist ein Prunkhimmel über der Kanzel, aber auch ein kleines von Säulen getragenes Schutzdach.

2.Pneumatisch: was von Druckluft angetrieben wird.

3.Register bei der Orgel: Die zu einer Reihe zusammengefaßten Orgelpfeifen gleicher Bauart und gleicher Klangfarbe.  reszeit auf – oder zusammengerollt, eine Arbeit, die von den Knechten verrichtet wird. Zum Andenken an liebe Verstorbene gibt es mehrere Behänge am Altar und an der Kanzel. Zwei von ihnen mit Widmungen seien hier angeführt:

„Friederike Frankowsky, geb. 21. Sept. 1926, gest. in Hannover am 2. 0ktober 1950“  und

„Michael Armbruster 77, geb. 9. März 1904, gest. 2. Jan.1974.”

An einer Fahne ist neben einem Bild zu lesen:

„Martin Glockner, geb. 21. Febr. 18631 gest. 13. Jan.1936.” Von der Stuckdecke herunter hängen drei Luster.

In der Pfarramtskanzlei liegt ein Kirchenbuch auf, in welches die Spenden aus früheren Jahren eingetragen wurden.

Hier lesen wir:

1689 – Der Burggraf Georg Klockner spendet ein schön weiß seidenes Meßgewandt, 1706- wird ein schöner „neuer Chor- Kittel“ gespendet,

1812 – wird noch ein“Chorkittel“ gespendet,

1815 – Es werden „Inslichtkerzen zur Morgenandacht“ gespendet,

1816 – wird ein „neues Chorhemd“gespendet

Der Glockenturm in Talmesch

Bereits im Mittelalter wurde anschließend an die Westfassade der Kirche ein Glockenturm errichtet. Von diesem Bau hat sich ein Spitzbogeneingang aus behauenem Stein erhalten, der in das erste Obergeschoß führt, ebenso das Erdgeschoß und die ersten beiden Obergeschoße. Im zweiten Obergeschoß sind Schießscharten zu sehen. Das ganze Erdgeschoß ist von einem Tonnengowölbe überhöht.  Im Gedenkbuch für Spenden findet man für das Jahr 1818 folgende Eintragung: Es werden fünf Gulden „zu dem hiesigen im Wunsche stehenden Turmbau” gespendet.  Aber zum eigentlichen Turmbau kam es erst im Jahre 1825. Die ganze Glockenstube wurde aus Ziegeln aufgebaut und darüber ein spitzes Pyramidendach gesetzt. Dieses Dach ist sehr hoch geraten. Zur Glokkenstube gelangt man durch einen engen und dunkeln Treppenaufgang. Unten im Turm befindet sich ein dunkler Raum mit eigenem Eingang, der, wie alte Leute berichten, als Kerker benüzt wurde. Die bösen oder faulen Kinder in der Schule bedrohte man mit der Einsperrung in dieses finstere Turmverlies.  Auf dem Turm hängen zwei Glocken. Die kleine von ihnen hat folgende Inschrift: „Sub prov. Mode H. de Hutern Past. G. Zek vil. L. A. et I.T. fusa in usum ecl. Talmatsensis Anno 1783“

Um die Inschrift herum ist eine zarte Blattwerkbordüre und dazwischen die Buchstaben I.P. Die große Glocke stammt aus dem Jahre 1925. Im Weltkrieg 1914-1918 wurde eine Glocke heruntergeholt und eingeschmolzen. Im Glockenraum ist aber noch ein Platz für eine Glocke vorhanden, jedoch unbesetzt. An drei Außenseiten des Turmes, unterhalb der Schallfenster befinden sich Ziffernblätter einer gut gehenden Uhr, Wiener Werk. Die genaue Zeit wird jede Stunde durch kräftige Schläge an die große Glocke angegeben. Die Bewohner in der Gemeinde richten ihren Tagesablauf weitgehend nach dem Gang dieser Turmuhr. Von einer alten Turmuhr sind Reste vorhanden.

Der Kirchenfriedhof.

In Talmesch wird der Platz um die Kirche herum bis auf den heutigen Tag noch als „Kirchenfriedhof“ bezeichnet und das mit Recht, denn hier hat es vor vielen Jahren wirklich einen Friedhof gegeben, was auch die Knochenfunde beim Bau des neuen Gemeindehauses bewiesen haben. Der Kirchhof ist auf seiner Süd-, Ost- und teilweise auf der Nordseite von einer Umfassungsmauer umgeben, im Durchschnitt 1-1,5 Meter hoch. Ein Teil dieser Mauer und auch die Küche für den Schuldiener fielen beim Bau des erwähnten Gemeindehauses zum Opfer.

An der übriggebliebenen Umfassungsmauer sind noch an verschiedenen Stellen Grundmauerreste einstiger Baulichkeiten festzustellen. Die verhältnismäßig niedrige Ringmauer von einst hat in den vielen Kämpfen früherer Zeiten und bei Belagerungen natürlich nicht viel schützen können, sie hat höchstens den Platz abgeschirmt.

Gedenksäule.

Auf der Nordseite des Kirrchenfriedhofes, etwa 3 Meter von der Kirche entfernt, steht eine runde Gedenksäule. Sie ist mit einem De ten Wappen verziert. Zu erkennen ist ferner eine Krone, ein verwitterter Kopf, darunter Hals und Brust. Weiter unten sind noch ein Schild mit Vogel, der eine Kornähre im Schnabel hält, daneben ein Bajonett (auf Gewehre aufgepflanzte Stichwaffe) und eine Fahne zu erkennen. An wen diese Gedenksäule erinnern soll, ist unbekannt.

Gruft.

Ebenfalls auf der Nordseite des Kirchenfriedhofes, in der Nähe dieser Gedenksäule, befindet sich eine schmale tempelartige Gruft. Auf ihrem Sockel steht eine Engelsfigur aus Gips. Darauf ist zu lesen: „Optimo parenti grati liberi M.P.St. Samuel de Salmen, natus anno 1767 die 21 Oct. denatus anno 1822 die 27 maji.” An der Rückseite der Gruft ist eine Tafel angebracht, die an die Enkelkinder des Verstorbenen erinnert. Samuel von Salmen ist Burggraf von Talmesch gewesen.

Zur Verschönerung des stillen Kirchenfriedhofes sind um das Gotteshaus herum viele Tannenbäume gepflanzt worden.

Neben dem Haupteingang zur Kirche an ihrer Nordseite befindet sich die im Jahre 1929 errichtete Gedenkstätte für die Gefallenen,Vermißten und aus dem Ersten Weltkrieg 1914-18 Heimgekehrten aus Talmesch.

Localizare: Str. Cetății
Stil arhitectonic: Gotic
Cod Monument: SB-II-m-B-12569
Informare suplimentară:  http://www.culte.gov.ro/biserica-evanghelica-lutheranahttp://www.bisericalutherana.ro/

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